Immunity to Change Map | Teil 4: Erkenntnisse und Tipps zur Anwendung

Diese Blog Serie handelt von der Immunity to Change Map. Du befindest dich am Beginn des vierten Teils (Tipps zur Anwendung). Hier geht es zum ersten Teil (Kontext & Überblick),zum zweiten Teil (Map in 4 Schritten erstellen) bzw. zum dritten Teil (mit den Glaubenssätzen arbeiten)

Die Immunity to Change Map ist in erster Linie ein Werkzeug zum Selbstcoaching. Es führt dich durch einen Prozess, an dessen Beginn du ein Entwicklungsziel formulierst, und an dessen Ende du bei Glaubenssätzen landen wirst, die dir dabei im Weg stehen, dich deinem Entwicklungsziel anzunähern. Und mit diesen kannst du dann weiterarbeiten.

Im vierten und letzten Teil dieser Blog-Serie stelle ich dir meine Erkenntnisse aus der bisherigen Anwendung der Immunity to Change Map zur Verfügung.

Immunity to Change Map

Was sind meine Erkenntnisse aus der Anwendung der Map?

In diesem abschließenden Abschnitt stelle ich dir meine Erkenntnisse aus der bisherigen Anwendung der Immunity to Change Map zur Verfügung.

Erkenntnisse aus der Anwendung für mein eigenes Lernziel

Der Zwischenschritt über die Sorgenbox (Schritt 3a der Map-Erstellung) entlastet mich massiv: Ich bin nicht zu doof oder inkonsequent, mich meinem Entwicklungsziel anzunähern, sondern ich habe Ängste und Befürchtungen und damit gute Gründe, es nicht zu verfolgen oder sogar zu torpedieren.

Sich diese Torpedos bewusst zu machen, ist aus meiner Sicht zugleich der Schlüssel zur erfolgreicheren Bearbeitung des Entwicklungsziels. Sie bieten mir in meinem Alltag Triggerpunkte um in die Reflexion zu gehen, das da jetzt gerade passiert: Warum bin ich gerade dabei, das Torpedo abzufeuern? Welcher konkurrierenden Vereinbarung mit mir selbst versuche ich gerade zu genügen? Und: Ist die Situation gerade sicher genug, ein anderes Verhalten zu probieren (siehe die Tabelle zur Glaubenssatzarbeit)?

Der sprachliche Kniff, die Ängste und Befürchtungen aus der Sorgenbox in konkurrierende Selbstverpflichtungen umzuwandeln hilft, einerseits die Torpedos positiv zu framen, und andererseits die Ausgangsbasis für die Frage zu schaffen: Was steht hinter diesen Selbstverpflichtungen? Damit landet man bei den Grundannahmen/Glaubensätzen. Und die kann man beeinflussen.

Erkenntnisse aus der Vermittlung des Instruments

Ich habe am Agile Coach Camp Austria im Herbst 2020 das Werkzeug in einer Open Space Session vorgestellt und die Teilnehmer:innen anschließend in einem verdeckten Coaching angeleitet, das Werkzeug für sich für ein eigenes Lernfeld anzuwenden.

Aus dem Feedback der Teilnehmer:innen habe ich folgende Erkenntnisse gewonnen:

  • Das von mir gebrachten Beispiel war für die Teilnehmer:innen sehr hilfreich, um die einzelnen Schritte der Erstellung der Immunity to Change Map besser zu verstehen. In dieses Beispiel kann man sich selbst leicht hineinversetzen.
  • Das Instrument hat in der verdeckten Anleitung zum Selbstcoaching sehr gut funktioniert. Rückmeldungen waren beispielsweise: “Überraschend, vor allem die Sorgenbox”, “Schön und reich”, “Sammlung, was ich stattdessen tue, war sehr hilfreich”.
  • Alle Teilnehmer haben gemeint, sie würden es nur im Einzelsetting machen oder wie angeleitet in der großen Gruppe verdeckt, da das Werkzeug schon sehr tief schürfen kann.
  • Einige Teilnehmer hätten sich gleichzeitig gewünscht, nach jedem Schritt ein kurzes Sparring mit einem Co-Teilnehmer zu machen, insbesondere für den Schritt der Umwandlung der Sorgen in konkurrierende Vereinbarungen mit sich selbst.

Tipps zur Anwendung: Wie du die Immunity to Change Map gut für dich nutzen kannst

Abschließend hab ich noch folgende Tipps für dich, wie du deine Immunity to Change Map am besten erstellst und sie dann nachher verwendest, um konkret an deinem Entwicklungsziel zu arbeiten. Sie speisen sich aus wertvollen Hinweisen aus dem Buch An Everyone Culture und meinen bisherigen Erfahrungen aus der Anwendung an mir selbst und dem Coaching von anderen Menschen.

  1. Erarbeite dir die Immunity to Change Map für dein Entwicklungs-Ziel am besten mit einem Lernbuddy. Darunter verstehe ich einen Menschen, mit dem du eine gute und vertrauensvolle Beziehung hast, und der dich auch gut kennt und dir Feedback aus der Außenperspektive zu deinen Verhaltensweisen geben kann. Das kann beispielsweise ein guter Freund oder eine Arbeitskollegin sein.
  2. Wenn du deine Immunity to Change Map lieber alleine erarbeiten möchtest oder vielleicht schon erarbeitet hast, hole dir zumindest Feedback von einem Menschen ein, dem du vertraust und der dich gut kennt. Führe ihn durch deine Map und lass dich von ihm kollegial beraten. Nutze ihn insbesondere dazu, um Feedback aus einer anderen Perspektive auf Fragen zu erhalten, die dich im Zusammenhang mit deiner Map beschäftigen.
  3. Wiederhole Tipp #2 nach einiger Zeit. Lege dabei den Fokus auf deine Entwicklung, auf Veränderungen die du an dir selbst beobachtest, auf Unterschiede, die man aus einer externen Perspektive vielleicht schon wahrnehmen könnte. So bekommst du wertvolles Feedback aus der Außenperspektive, wo du in deinem Lernfeld gerade stehst.

Eine abschließende Bitte an dich

Ich habe in diesen Artikel viel Arbeit investiert, weil ich begeistert von der Wirkung der Immunity to Change Map bin, und weil ich möchte, dass viele Menschen diese Wirkung selbst auch erfahren können.

Ich habe mit dir eine Anleitung und viele Tipps dazu geteilt, wie du deine eigene Map erstellen und mit ihrer Hilfe an einem persönlichen Lernfeld arbeiten kannst.

Darf ich dich im Gegenzug bitten mir Feedback z.B. zu diesen Fragen zu geben? Gerne hier als Kommentar zum Blog-Post, oder auch per E-Mail an mich!

  • Wie gut hat die Erstellung deiner Map geklappt?
  • Welche Vorschläge für die Verbesserung dieses Artikels hast du?
  • Worauf sollte man deiner Meinung nach beim Einsatz der Map achten?

2 Kommentare

  1. Bianca Donnerstag, 18. März 2021 Antworten

    Vielen Dank Gregor für diese wertvolle Blogserie. Ich habe diese Methode für mich selbst, als auch mit einer Kundin gemeinsam ausprobiert. Sie hat sich darüber geärgert, warum sie ihrem Vorstand immer wieder zurückzieht, statt ihm mutig gegenüberzustehen, um die agile Transformation voranzutreiben. Bei mir selbst hat die Methode super geklappt. Jedoch habe ich im Coaching bemerkt, dass nicht jeder mit dem Wort „Glaubenssatz“ oder auch „Grundannahmen“ was anfangen kann. Ich habe hier dann auf unbewusste Mechanismen zurückgegriffen. Erst dann war sie bereit sich damit zu beschäftigen. Ich habe sie dann auch eingeladen mal genau in ihr Inneres zu hören – also welche Gedanken tauchen da so auf, wenn sie sich wieder in dieser Situation sieht.

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